Digitalisierte Emotionen

Emotionen hinterlassen messbare Spuren. Wie Menschen auf eine Situation reagieren, zeigt sich in physiologischen Signalen wie der elektrodermalen Aktivität, oft bevor die Betroffenen es selbst in Worte fassen. Digitalisierte Emotionen heißt darum: solche Zustände erfassen, übertragen und teilen. Beispielhaft stehen dafür die Projekte BoilingMind und Frisson Waves, die während Live-Auftritten die Physiologie des Publikums erfassen.

Methoden

Die Sensorik stammt aus der Forschungslinie augmentierte Wahrnehmung: EDA-, EOG- und Bewegungssensoren in tragbaren Prototypen. Gemessen wird dort, wo Emotionen entstehen. Ein Konzertsaal ist dafür ein anderes Umfeld als ein Labor; deshalb prüft der Lehrstuhl seine Systeme zusätzlich in kontrollierten Studien, quantitativ wie qualitativ.

Ziele

Hier liegt das dritte strategische Ziel des Lehrstuhls: nachhaltige, emotionale Interaktion und digitale Empathie. Systeme für digitalisierte Emotionen sollen emotionale Reaktionen auf Umweltprobleme erfassen und die Bindung der Nutzerinnen und Nutzer an nachhaltiges Handeln stärken, indem sie sichtbar machen, was ein Thema bei Menschen tatsächlich auslöst.

Dazu kommt eine zweite Perspektive. Geteilte emotionale Zustände eröffnen neue Formen gemeinsamen Erlebens: Kann ein Publikum seine Reaktionen zurückspiegeln, wird aus einer Aufführung ein Austausch zwischen Bühne und Saal.